Vergleich

Kredit über 20 oder 30 Jahre: Rate, Zinsen und Tilgung im Vergleich

Wie sich Rate, anfängliche Tilgung und Zinsen bei 10 bis 30 Jahren Laufzeit unterscheiden, warum eine lange Laufzeit so viel mehr kostet und wie viel Restschuld nach der Zinsbindung bleibt.

Veröffentlicht am 28. Oktober 2026

Restschuld: 20 oder 30 Jahre Laufzeit

Ein Darlehen über 200.000 € zu 4 % kostet bei 20 Jahren Laufzeit 1.212 € im Monat, bei 30 Jahren 955 €. Die kürzere Laufzeit kostet 257 € mehr im Monat, eine um 27 % höhere Rate, spart aber 52.868 € Zinsen. In 30 Jahren zahlen Sie 143.739 € Zinsen, 72 % der Darlehenssumme.

Laufzeit und anfängliche Tilgung

In Deutschland wird die Laufzeit meist über die anfängliche Tilgung gewählt: den Teil des Darlehens, den Sie im ersten Jahr zusätzlich zu den Zinsen zurückzahlen. Bei 4 % Zins bedeuten 1,7 % Tilgung eine Laufzeit von 30 Jahren, 3,3 % Tilgung eine Laufzeit von 20 Jahren.

LaufzeitAnfängliche TilgungMonatliche RateZinsen insgesamtGezahlt insgesamt
10 Jahre8,1 %2.025 €42.988 €242.988 €
15 Jahre4,9 %1.479 €66.288 €266.288 €
20 Jahre3,3 %1.212 €90.871 €290.871 €
25 Jahre2,3 %1.056 €116.702 €316.702 €
30 Jahre1,7 %955 €143.739 €343.739 €
Darlehen 200.000 €, 4 % Zins über die ganze Laufzeit, gleichbleibende Rate.
Restschuld: 20 oder 30 Jahre Laufzeit
  • 30 Jahre
  • 20 Jahre

30

  • 30 Jahre0 €
  • 20 Jahre0 €
051015202530050 Tsd.100 Tsd.150 Tsd.200 Tsd.

Darlehen 200.000 €, Zins 4 %. Waagerechte Achse: Jahre seit der ersten Rate.

Warum die lange Laufzeit so viel mehr kostet

Zinsen fallen auf die Restschuld an. Bei einer längeren Laufzeit sinkt sie langsamer, also zahlen Sie länger Zinsen auf einen hohen Betrag. Von der ersten Rate bei 30 Jahren Laufzeit sind 70 % Zinsen, nur der Rest tilgt das Darlehen.

Das zählt vor allem am Ende der Zinsbindung. Nach 10 Jahren beträgt die Restschuld bei 30 Jahren Laufzeit noch 79 % der Darlehenssumme, bei 20 Jahren 60 %. Für diese Restschuld brauchen Sie eine Anschlussfinanzierung zum dann gültigen Zins; je höher sie ist, desto stärker trifft Sie ein gestiegener Zins. Wenn das kürzere Darlehen abbezahlt ist, sind beim längeren noch 94.309 € offen (47 % der Darlehenssumme).

Lange Laufzeit mit Sondertilgungen

Die kürzere Laufzeit lässt sich auch mit dem längeren Darlehen nachbilden: Wer die Differenz von 257 € jeden Monat zusätzlich tilgt, ist nach 20 Jahre schuldenfrei und zahlt 90.871 € Zinsen, genauso viel wie beim kürzeren Darlehen zum selben Zins. Der Vorteil ist die Flexibilität: In einem knappen Monat zahlen Sie nur die niedrigere Rate.

Der Haken: Während der Zinsbindung können Sie meist nur so viel zusätzlich tilgen, wie der Vertrag erlaubt, oft einen bestimmten Prozentsatz pro Jahr; darüber hinaus verlangt die Bank in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung. Wie viel schon kleine Beträge sparen, zeigt der Artikel Sondertilgung: Wie viel 50 oder 100 Euro im Monat extra sparen.

Kürzer oder länger?

  • Die kürzere Laufzeit ist am günstigsten, wenn Sie die höhere Rate mit Reserve tragen können, auch wenn die Anschlussfinanzierung teurer wird.
  • Die längere Laufzeit hält die Pflichtrate niedrig und lässt Spielraum im Haushalt. Dafür zahlen Sie mehr Zinsen und tragen nach der Zinsbindung eine höhere Restschuld, wenn Sie nicht schneller tilgen als nötig.
  • Erst die Reserve. Geld, das im Haus steckt, bekommen Sie nicht so leicht zurück. Halten Sie ein Polster für einige Monatsausgaben bereit.

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Datenquellen

Der Artikel dient nur zur Information und ist keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Zahlen werden direkt aus den genannten Quellen berechnet und ändern sich mit deren Aktualisierung.