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Die 4-Prozent-Regel: Wie viel Vermögen Sie für die finanzielle Freiheit brauchen

Woher die 4-Prozent-Regel stammt, wie sie sich in der Börsengeschichte seit 1928 geschlagen hätte, was Kosten und Aktienanteil ausmachen und worauf Sie achten sollten.

Veröffentlicht am 7. Oktober 2026

Die 4-Prozent-Regel ist die bekannteste Antwort auf die Frage, wie viel Geld man braucht, um von seinen Anlagen zu leben. Im ersten Jahr entnehmen Sie 4 % Ihres Vermögens. In den folgenden Jahren entnehmen Sie denselben Betrag, jedes Jahr um die Inflation erhöht, egal wie sich die Börse entwickelt.

Daraus folgt eine einfache Rechnung: Sie brauchen das 25-Fache Ihrer jährlichen Ausgaben.

Woher die Regel stammt

Die Regel beruht auf der Geschichte des US-Aktienmarkts. 1994 prüfte der Finanzplaner William Bengen, welche Entnahme in jedem historischen Zeitraum 30 Jahre gehalten hätte. 1998 berechneten drei Professoren der Trinity University (Cooley, Hubbard und Walz) die Erfolgsquoten verschiedener Entnahmen für unterschiedliche Mischungen aus Aktien und Anleihen. Daher stammt die Vorstellung, dass 4 % „fast immer funktionieren“.

Wie sich die Regel in den Daten seit 1928 schlägt

Wir haben dieselbe Rechnung mit den Jahren 1928–2025 wiederholt: US-Aktien (S&P 500 mit Dividenden), zehnjährige US-Staatsanleihen und die US-Inflation. Das Depot wird jeden Januar auf die gewählte Aufteilung zurückgesetzt, entnommen wird zu Jahresbeginn. Getestet haben wir alle 69 dreißigjährigen Zeiträume in den Daten, mit Start von 1928 bis 1996.

Mit 75 % Aktien hielt eine Entnahme von 4 % in 94 % der Zeiträume 30 Jahre durch. Mit der Hälfte in Aktien waren es 93 %, mit 100 % Aktien 93 %.

Aktien / Anleihen3 %3,5 %4 %4,5 %5 %
100 % / 0 %100 %99 %93 %90 %78 %
75 % / 25 %100 %100 %94 %87 %77 %
50 % / 50 %100 %100 %93 %83 %67 %
25 % / 75 %100 %97 %74 %54 %42 %
0 % / 100 %84 %48 %39 %33 %25 %
Anteil der historischen 30-Jahres-Zeiträume (USA), in denen das Geld gereicht hat. Zeilen: Aktien und Anleihen. Spalten: Entnahme im ersten Jahr, danach um die Inflation erhöht. Ohne Kosten.

Drei Dinge fallen auf:

  • Ohne Aktien funktioniert die Regel nicht. Ein reines Anleihedepot hielt bei 4 % nur in 39 % der Fälle, mit einem Viertel Aktien in 74 %. Nach Inflation haben Anleihen langfristig wenig verdient.
  • Ein halber Prozentpunkt macht viel aus. Mit 75 % Aktien hielten 3,5 % in 100 % der Zeiträume, 5 % nur in 77 %.
  • Der Startzeitpunkt zählt. Am schlechtesten lief ein Start im Jahr 1966. Mit 75 % Aktien wären dann höchstens 3,8 % möglich gewesen, mit der Hälfte in Aktien 3,7 %.

Früher Ruhestand: 30 Jahre reichen nicht

Die 4-Prozent-Regel rechnet mit 30 Jahren. Wer mit 40 oder 45 aufhören will zu arbeiten, braucht Geld für länger. Mit 75 % Aktien hielten 4 % über 40 Jahre in 90 % der historischen Zeiträume und über 50 Jahre nur in 80 % (50-Jahres-Zeiträume gibt es in den Daten weniger, der letzte beginnt 1976). Eine Entnahme von 3,5 % hielt 50 Jahre in 98 % der Fälle.

Deshalb können Sie im FIRE-Rechner statt eines festen Prozentsatzes die gewünschte historische Sicherheit wählen. Der Rechner ermittelt dann, was Sie für die gewählte Dauer brauchen.

Was Sie nicht vergessen sollten

  • Kosten. Die Regel rechnet mit der Marktrendite ohne Kosten. Mit 1 % jährlichen Kosten hielten 4 % bei 75 % Aktien nur in 87 % der dreißigjährigen Zeiträume (bei 0,5 % in 94 %). Ein günstiger ETF ist hier viel wert.
  • Währung und Inflation. Die Daten sind amerikanisch und in Dollar. Wenn Sie in Euro leben, wirken sich auch der Wechselkurs und die Inflation im Euroraum aus, die sich von der amerikanischen unterscheidet.
  • Steuern. Die Regel rechnet mit dem, was Sie dem Depot entnehmen. Was davon bei Ihnen ankommt, hängt von den Steuern ab, planen Sie deshalb mit dem Betrag nach Steuern.
  • Rente und andere Einkünfte. Sobald Sie eine gesetzliche Rente beziehen, brauchen Sie weniger aus dem Depot. Der FIRE-Rechner kann die Rente und Teilzeitarbeit berücksichtigen.
  • Vergangenheit ist keine Garantie. Die Ergebnisse zeigen, was an einem Markt in der Vergangenheit passiert wäre. Die Zukunft kann schlechter oder besser sein.

Die 4-Prozent-Regel ist ein guter Ausgangspunkt für eine grobe Schätzung. Für Ihren eigenen Plan rechnen Sie mit Ihren Zahlen: Ausgaben, Ersparnisse, Alter und Aktienanteil.

Siehe auch: Wie viel Vermögen brauche ich für die finanzielle Freiheit? · 0,2 oder 1,5 Prozent Fondskosten

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Datenquellen

Der Artikel dient nur zur Information und ist keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Zahlen werden direkt aus den genannten Quellen berechnet und ändern sich mit deren Aktualisierung.